WordPress

WordPress: Der Unterschied zwischen „org“ und „com“?

Wenn man eine Webseite oder einen Blog beginnen möchte, wird man neben verschiedenen anderen kostenlosen Plattformen mit ziemlicher Sicherheit auch auf WordPress stoßen. Dabei gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen einem „rasch erstellten“ Blog auf WordPress.com und einer „selbst gehosteten Webseite“ mit WordPress.org.

.org und .com – was ist der Unterschied?

WordPress ist eine Open Source Software, die von einem Entwickler-Kernteam und zahlreichen unabhängigen Programmierern geschrieben wird. Hunderte Entwickler auf der ganzen Welt arbeiten daran mit, die Software sicherer (= besser gegen Angriffe geschützt) zu machen und auszubauen. Über WordPress.org kann man die Software gratis nutzen und mit geeigneten Programmierkenntnissen auch selbst daran herumbasteln.

WordPress.com ist eine gehostete Ausführung der Open Source-Software, das heißt Benutzer/innen ohne technischen Kenntnissen wird das Nutzen der Software erleichtert. WordPress.com gehört Automattic Inc., und das wiederum dem WordPress-Gründer Matt Mullenweg. In der Grundversion kann man WordPress.com gratis nutzen, wobei man aber rasch an die Grenzen des kostenlosen Services stößt.

Eine neue Webseite einrichten

Eine Webseite über WordPress.com ist in wenigen Minuten gestartet: Wenn man eine Subdomain mit der Endung „.wordpress.com“ verwendet (z.B. meinblog.wordpress.com), sogar kostenlos inklusive 3 Gigabyte Speicherplatz. Man braucht sich nicht um einen Provider kümmern und nicht selbst WordPress dort installieren. (Wobei viele externe Anbieter inzwischen das Installieren wesentlich erleichtern bzw. schon vordefinierte Installationspfade haben.)

Wer WordPress.org verwendet, kann sich dort die Software zum Installieren kostenlos herunterladen, muss sich aber selbst um einen Provider kümmern (das heißt: jemand, bei dem man einen Online-Speicherplatz mietet), muss eine Datenbank einrichten und die Software installieren.

Das „Backend“ (das heißt: die Administrationsoberfläche im Hintergrund) sieht in beiden Fällen sehr ähnlich aus und wird auch immer mehr angeglichen. Überdies kann man seine selbst gehostete Seite mit einem WordPress.com Konto verknüpfen und bekommt dafür zusätzliche Features, wie zum Beispiel erweiterte Statistikfunktionen. Um Jetpack verwenden zu können (ein Bündel von nützlichen kleinen Erweiterungsprogrammen), muss man seit Kurzem sogar ein WordPress.com Konto eröffnen.

Die Webseite individuell gestalten

WordPress.com ist schnell eingerichtet und punktet mit Support, dafür hat man in der kostenlosen Variante relativ wenig Gestaltungsmöglichkeiten.

WordPress.org kann man viel individueller anpassen (wenn man es kann), dafür verbringt man viel Zeit in Hilfeforen oder mit Google, wenn man ein Problem lösen soll. Für die meisten Anpassungen reichen Kenntnisse in HTML und CSS, wenn es ins Selbst-Programmieren von Plugins geht, sind auch PHP, Javascript und Abfragesprachen hilfreich.

Für WordPress.org gibt es unzählige Themes (grafische Benutzeroberfläche, Erscheinungsbild der Webseite) und Plugins (Erweiterungen der Kern-Funktionalität). Wordpress.com zieht inzwischen bei Plugins und Themes nach, vielleicht noch mit Limitierungen, dafür kann man davon ausgehen, dass die angebotenen Themes und Plugins geprüft sind. Aber WordPress.com lässt seine Abonnent/innen Plugins erst in einer Bezahlversion um derzeit 25,- Euro im Monat verwenden. (Ziemlich happig.)

Allgemein ist es ein großer Vorteil der OpenSource Software WordPress, dass es so viele Erweiterungen gibt. Aber es ist auch ein Nachteil, dass es so viele Erweiterungen gibt, denn Plugins blockieren sich zum Teil gegenseitig: Weil der unabhängige Entwickler des eines Plugins z.B. in Korea sitzt, der Entwickler eines anderen Plugins in Brasilien, und sie sich weder kennen noch sich miteinander abstimmen. Wenn man also Plugins auf der Webseite einbaut, sollte man sich wirklich gut auskennen, welche Plugins miteinander harmonieren.

Kostenlos oder nicht?

Das Erstellen einer Seite auf WordPress.com kostet zunächst nichts. Auch viele Themes und Plugins werden kostenlos zur Verfügung gestellt, aber die professionelleren kosten meist etwas. Das finde ich auch in Ordnung, steckt doch jede Menge Entwicklungsarbeit dahinter.

Bei WordPress.org hat man jedenfalls Kosten für den Provider: Je nach Webspace-Größe und technischen Features ab rund 5,- Euro im Monat, plus eine Jahresgebühr für den eigenen Domainnamen. Man fährt also im Grunde für eine kleine Webseite sehr günstig. Zusätzlich sollte man aber – wirklich! – ein gewisses Jahresbudget für technischen Support durch einen Experten/ eine Expertin einplanen, außer man ist selbst ein/e technische/r Wunderwuzzi.

Bei WordPress.com hat man in der Gratisversion mit Gratis-Theme keine Kosten, dafür aber auch wenig Webspace und weniger Gestaltungsmöglichkeiten: Man muss halt mit den Einschränkungen leben, was für viele kleine Blogs kein Problem ist. Will man mehr Features oder einen eigenen Domain-Namen haben, oder gar Plugins installieren (wie z.B. einen Webshop, ein Karussell für Fotos, …) wird es bei WordPress.com relativ schnell relativ teuer.

.com oder .org?

Kurz gesagt: WordPress.com ist für Konsument/innen und einfache Webseiten, WordPress.org ist für Bastler/innen (oder Menschen, die solche zur Hand haben) und komplexere Webseiten besser geeignet, wenn man die Kosten überschaubar halten will.

 

 

Quellen

http://wp-uni.de/unterschiede-zwischen-wordpress-com-und-wordpress-org
Ein schnörkelig geschriebener Artikel, der die Unterschiede aber gut erklärt

https://ulrikekommuniziert.com/2013/03/11/wordpress-com-vs-wordpress-org-der-kleine-grose-unterschied/
Ein sehr launiger Artikel über eine eigene Erfahrung. Beinhaltet einen sehr guten Vergleich der Features.

https://www.agentur-kreativdenker.de/wordpress-org-wordpress-com-unterschiede/
Beschreibt die Unterschiede punkto Funktionen, Einschränkungen und Kosten

https://de.support.wordpress.com/com-vs-org/
Zeigt die Unterschiede aus der Sicht von WordPress selbst ganz gut auf. Aber hallo: Eine eigene WordPress Installation ist nur was für Technik-Freaks? Da fühlen sich wahrscheinlich viele abgeschreckt, und wordpress.com will ja viele Kund/innen…

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